
Ein packendes Spitzenspiel, eine erfolgreiche Aufholjagd und ein überzeugender Auswärtssieg: Die zweite Mannschaft des TTC Zella-Mehlis hat ein anspruchsvolles Wochenende in der Tischtennis-Verbandsliga West mit Bravour gemeistert. Dem 7:7 im Südthüringer Derby gegen den TTC HS Schwarza ließ die Regionalliga-Reserve einen starken 8:3-Erfolg beim SSV 07 Schlotheim folgen. Mit jeweils 11:1 Punkten bleiben Schwarza und Zella-Mehlis ungeschlagen an der Spitze. Lediglich das bessere Spielverhältnis hält die Schwarzaer auf Platz eins.
Etliche Tischtennisfreunde aus der Region hatten am Samstag den Weg in die Zella-Mehliser Halle gefunden, um sich das Duell der beiden führenden Mannschaften nicht entgehen zu lassen. Sie wurden nicht enttäuscht: Über dreieinhalb Stunden entwickelte sich ein spannender Vergleich, der erst mit dem letzten Einzel entschieden wurde.
Bereits die Doppel boten reichlich Spannung. Während Jozef Wiltschka und Ronny Bauroth gegen Martin Bindriem und Lukas Hoffmann mit 1:3 unterlagen, sicherten Paul Göhring und Marc Wünsche mit einem Fünfsatzerfolg gegen Jan Dömming und Julian Wagner den Ausgleich.
In den Einzeln prägten zunächst die beiden Spitzenspieler der Gäste das Geschehen. Bindriem blieb an diesem Tag sowohl im Doppel als auch in seinen drei Einzeln ungeschlagen. Hoffmann überzeugte ebenfalls mit einer Glanzleistung: Er bezwang Wiltschka überraschend deutlich mit 3:0 und ließ auch Bauroth beim anschließenden Dreisatzerfolg kaum zur Entfaltung kommen.
Zella-Mehlis hielt dagegen, musste allerdings zwei besonders bittere Niederlagen von Göhring verkraften. Gegen Dömming führte er bereits mit 2:1 Sätzen, verlor aber noch mit 2:3. Sämtliche verlorenen Durchgänge gingen denkbar knapp mit 9:11, 9:11 und 11:13 an den Gegner. Auch gegen Bindriem erspielte sich Göhring eine 2:1-Satzführung, ehe sich der Schwarzaer Spitzenspieler doch noch im Entscheidungssatz durchsetzte.
Damit lagen die Gäste vor den letzten drei Einzeln mit 7:4 vorn und hatten den Auswärtssieg unmittelbar vor Augen. Doch die TTC-Reserve bewies Moral. Wiltschka verkürzte mit einem 3:1 gegen Dömming, Bauroth ließ ein sicheres 3:0 gegen Wagner folgen. Nun hing alles am abschließenden Duell zwischen Wünsche und Hoffmann.
Der Schwarzaer hatte bis dahin beide Einzel ohne Satzverlust gewonnen. Wünsche zeigte sich davon unbeeindruckt, spielte konzentriert und setzte seinen Gegner konsequent unter Druck. Mit 11:7, 11:4 und 11:5 gewann er überraschend deutlich und sicherte seiner Mannschaft unter dem Beifall der Zuschauer das 7:7. Mit drei Einzelsiegen hatte Wünsche entscheidenden Anteil daran, dass der TTC nach dem Rückstand noch einen Punkt rettete. Wie eng das Derby insgesamt verlief, verdeutlicht auch das nahezu ausgeglichene Satzverhältnis von 27:26.
Viel Zeit zum Durchatmen blieb nicht. Bereits am Sonntagvormittag wartete mit dem SSV 07 Schlotheim die nächste hohe Hürde. Die Gastgeber traten in Bestbesetzung an und verfügten mit Marek Novotny, einem der herausragenden Spieler der Liga seit Jahren, sowie Abwehrspezialist Thomas Koch über ein starkes vorderes Paarkreuz.
Doch Zella-Mehlis setzte ein Ausrufezeichen. Nach der Niederlage von Göhring/Wünsche gewannen Wiltschka/Bauroth gegen das Spitzendoppel Novotny/Koch mit 3:1 und stellten den Gleichstand her. Anschließend fand insbesondere Jozef Wiltschka eindrucksvoll zu seiner Stärke zurück. Er rang Koch in fünf Sätzen nieder, bezwang Novotny mit 3:1 und holte gegen Markus Dehnert schließlich auch den entscheidenden achten Mannschaftspunkt.
Ebenso wichtig waren die Erfolge im hinteren Paarkreuz. Göhring ließ den unglücklichen Samstag hinter sich, gewann gegen Christoph Meyer mit 3:0 und behielt gegen Dehnert im fünften Satz die Nerven. Wünsche knüpfte nahtlos an seine Derby-Leistung an und blieb gegen Dehnert und Meyer jeweils ohne Satzverlust. Damit gewann er sämtliche fünf Einzel des Wochenendes. Lediglich Bauroth musste sich den beiden Schlotheimer Spitzenspielern geschlagen geben. Am Ende stand ein bemerkenswerter 8:3-Auswärtssieg.
Da Schwarza am Sonntag ebenfalls mit 8:1 in Unterpörlitz gewann, bleibt das Rennen an der Tabellenspitze offen. Die TTC-Reserve hat mit Mühlhausen, Leimbach und Schlotheim bereits drei schwierige Aufgaben der Hinrunde erfolgreich gelöst. Auf Schwarza warten unter anderem noch die Begegnungen gegen Mühlhausen und Schlotheim.
Nach zwei dritten Plätzen in Folge unterstreichen die Zella-Mehliser damit ihren Anspruch, diesmal im Aufstiegskampf zur Thüringenliga mitzureden. Zusätzliche Spannung verspricht der Spielplan: Das Rückspiel gegen Schwarza steht am letzten Spieltag der Saison im April 2027 an. Sollte das Kopf-an-Kopf-Rennen bis dahin anhalten, könnte es zum entscheidenden Duell um den Aufstieg werden. Bis dahin sind allerdings noch zahlreiche Aufgaben zu bewältigen – das vergangene Wochenende dürfte der TTC-Reserve dafür reichlich Selbstvertrauen gegeben haben.